Die natürliche Fortbewegung. Barfusslaufen.
20. August 2017
 

Freiheit für die Füsse! Oder : Projekt "Barfusslaufen"

 

Hallo Freunde des natürlichen Lebensstils. Heute möchte ich meine Erfahrungen zu meinem Projekt weitergeben.

 

Ich liebe es barfüssig zu laufen. Es ist die natürlichste Bewegungsform, trainiert den ganzen Stand und massiert die Fußreflexzonen. Immer wenn ich nach Hause komme fliegen sofort Schuhe und Socken in die Ecke, weil sie mich einfach einengen und von der Erde irgendwie "abschneiden". Da ich die letzten 14 Tage Urlaub hatte wollte ich es endlich einmal "unten ohne" probieren.

Ich nutze schon seit Jahren Barfußschuhe beim Training und auch in der Freizeit, denn sie geben den empfindlichen Fußsohlen Schutz, vermitteln aber dennoch soviel von der Oberfläche des Bodens, dass man trotzdem ein Barfußgefühl hat. Diesmal sollte es aber komplett unten ohne gehen. Gleich in der ersten Woche ging es zum Einkauf und auf kleinere Routen durch die Stadt komplett barfuß. Es klappt aber ich muss gestehen, es ist wirklich nicht so einfach wie ich es mir anfangs dachte. Aus Angst, dass man auf Scherben oder spitze Steine tritt schaut man natürlich stets auf den Boden und sucht sich die schmerzfreieste Route durch den modernen Dschungel, aber es klappt und es ist ein tolles Erlebnis! Das Gefühl ist einfach großartig. Die Temperatur des Bodens, die Beschafffenheit, die Konsistenz, der sichere Stand, einfach genial. Je nach Untergrund kam ich mir allerdings wie ein Storch auf dem Felde vor, der hochstachsig auf Jagd nach einem glatten, nicht schmerzhaften Untergrund ist. Das hat mir und sicherlich auch den Zuschauern viel Unterhaltung geboten. Aber ich kam an jedem Ziel an, früher oder später. Zu dem ganzen Positiven, was ich die letzten 14 Tage erfahren habe muss ich dennoch sagen, dass Barfußlaufen wirklich nur auf ausgesuchten Routen funktioniert und ich leider im Alltag auf Schuhe zurückgreifen werde. Es ist einfach viel zu gefährlich auf Scherben, spitze Steine oder ähnliches zu treten. Wiedereinmal die modernen Gefahren. Ebenfalls fand ich es zeitweise schon ein bischen eklig, wenn man versehentlich in einen Kaugummi getreten ist. Einmal bin ich sogar in Spucke getreten, absolut ekelhaft. Seitdem hatte ich immer ein paar feuchte Putztücher dabei, um dann auf alles vorbereitet zu sein. Auch wenn ich nach Hause kam habe ich sofort die Füsse gewaschen. Das sind alles Dinge an die ich Anfangs garnicht gedacht hatte, aber man lernt ja dazu und stellt sich darauf ein. Denn, wenn man etwas will dann findet man Wege! So vorbereitet ging es die restlichen Tage dann wirklich gut. Aber auch im Alltag? Ich denke nicht.

Mein kleiner Neandertaler der bei der ganzen Wanderei durch den modernen Dschungel durchkam musste sich leider zugestehen, dass die Fusssohlen eines modernen Menschen einfach nicht dafür geschaffen sind den ganzen Tag barfuß zu gehen. Er ist ein wenig weichgespült mein kleiner Neandertaler. Aber er ist noch da! Aus diesem Grund habe ich mir jetzt meine Sammlung an Barfußschuhen um ein Paar erweitert. Es sind speziell welche zum Wandern. Sie haben mehr Profil und eine etwas dickere Gummisohle um die Fusssohle zu schützen. Bei einem ersten kleinen Test durch Waldburg bin ich absolut zufrieden. Sie bieten einen sicheren Stand und ausreichenden Schutz auch gegen etwas spitzere Steine, vermitteln aber trotzdem noch ein leichtes Barfußgefühl. Ich finde es ist ein guter Kompromiss, denn ich muss mir eingestehen, dass ich wohl niemals ein echter Barfussgänger werde.

 

Dein Teilzeit unbesohlter Olli von Körperkult

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